Probleme in der Ausbildung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BmBF) bietet die Broschüre „Ausbildung & Beruf“ zum kostenlosen Download

Was tun bei Zoff mit Chef oder Ausbilder? Da hilft nur eins: Reden. Mit Wut im Bauch sollte man keinesfalls in ein solches Gespräch gehen. Vor allem dann nicht, wenn man sich als Azubi gerade einen Rüffel eingefangen hat. Lieber den Frust abklingen lassen. Tür-und-Angel-Gespräche sind ebenfalls schlecht. Besser ist es, Ihr macht in einem solchen Fall einen Termin mit dem Ausbilder oder Chef aus. Auf dieses Gespräch solltet Ihr euch aber auf jeden Fall vorbereiten. Dazu schreibt Ihr alles auf, was zur Sprache kommen sollte.


Während des Gesprächs: Seid auf jeden Fall offen für die Kritik des Chefs. Und unbedingt nachfragen: Was mache ich aus seiner Sicht falsch? Was stört ihn an mir? Welche Erwartungen stellt er an mich? Sicherlich kein einfacher Schritt. Azubis müssen ihn auch nicht unbedingt allein gehen. Ihr könnt natürlich jemand eures Vertrauens mit in dieses Gespräch nehmen.

Im Vorfeld kann es deshalb nicht schaden, ab und zu die Erziehungsberechtigten zu informieren, wie es läuft. Vor allem dann, wenn sich immer wieder Probleme ergeben. Empfehlenswert ist es auch, circa einen Monat vor Ende der Probezeit das Gespräch mit Deinem Ausbilder zu suchen, um zu erfahren ob man übernommen wird oder nicht.

Wenn du nicht übernommen wirst oder die Ausbildung abbrechen willst, lass Dich erst von einem speziellen Ausbildungsberater beraten. Denn später ist es schwer, einen anderen Ausbildungsplatz zu finden.

Fühlt man sich schlecht ausgebildet oder gar ausgebeutet, steht man als Berufseinsteiger zum Glück nicht ganz allein da. In Konfliktfällen treten die eben erwähnten Ausbildungsberater bei den Handwerkskammern als Vermittler oder Schlichter auf. Azubis oder die Betriebe selbst können diese Ausbildungsberater anrufen. Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat, kann ein Azubi dort Unterstützung erbitten. Dessen Aufgabe ist es, die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten, also auch die der Azubis.

Oft führen falsche Vorstellungen vom Beruf des Augenoptikers zu einer Vertragsauflösung noch während der Probezeit. Oder man versteht sich einfach menschlich nicht. Eine Kündigung sollte immer das letzte Mittel sein. Azubis und Ausbilder sollten deshalb erst versuchen, ihre Probleme im Gespräch zu klären.

Ausbildungsabbruch

Doch wann kann eigentlich die Ausbildung abgebrochen werden? Gesetzlich ist festgelegt, dass während der Probezeit sowohl der Ausbildungsbetrieb als auch der Azubi ohne Angabe von Gründen kündigen können. Nach der Probezeit kann dies nur auf Grund von schwerwiegenden Verstößen fristlos geschehen. Hier gilt es aber auch Fristen einzuhalten. Schwerwiegende Gründe sollten beispielsweise nicht schon länger als zwei Wochen bekannt sein. Wenn Ihr die Ausbildung zum Augenoptiker aufgeben wollt und eine andere Berufsausbildung ergreifen möchtet, ist dies noch nach der Probezeit mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen möglich.

Wenn Ihr euch für einen Wechsel der Ausbildungsstätte entscheiden oder einen neuen Beruf erlernen möchtet, solltet Ihr unbedingt das Betriebsklima und die Ausbilder in der neuen Ausbildungsstätte vorab während eines Praktikums kennen lernen.

Kündigung

Jede Kündigung muss übrigens schriftlich erklärt werden, bei einer Kündigung nach der Probezeit unter Angabe der Gründe.

Tipp: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BmBF) bietet die Broschüre „Ausbildung & Beruf“ zum kostenlosen Download auf seiner Website www.bmbf.de an. Hier findet Ihr noch weitere Infos.

Eine abgebrochene Ausbildung bedeutet jedoch nicht das Ende aller Berufs- und Karrierechancen, wie die Praxis bei vielen jungen Menschen zeigt. Viele Abbrecher schließen einen neuen Ausbildungsvertrag ab. Alternativen sind zudem der Wechsel an eine Berufsfachschule oder direkt ein Studium zu beginnen.

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