Französisches Brillendesign = Drang nach Individualität, inspiriert durch neue Materialien oder Formen

Stfan Muckenfuss Lafont
(Foto: Stefan Muckenfuss)

Der Silmo steht vor der Tür. Die französische Augenoptikmesse in Paris hat für deutsche Augenoptiker durch ihre Brillen-Highlights noch immer ihren Reiz. Was so besonders an französischem Brillendesign ist, erklärt Stefan Muckenfuss – Vertriebsleiter (D-A-CH-DK) des französischen Brillenanbieters Lafont.

AZUBI-EYELAND
Gibt es etwas typisches, das französisches Brillendesign bzw. Brillenmode auszeichnet?
Stefan Muckenfuss
Das Design eines Produktes ist in erster Linie seiner Funktion geschuldet. Darüber hinaus spielen natürlich Dinge wie Material, technische Anforderungen, persönliches Stilempfinden des Designers eine große Rolle. Letzteres ist im Wesentlichen auch durch die Herkunft und Geschmacksempfinden des Designers geprägt. Französische Produkte und auch die dortige Kunst, sind traditionell von starkem Ausdruck geprägt. Im Falle von Lafont ist dies erheblich von der Tradition des Hauses und der Pariser Herkunft abhängig. Hierbei übernimmt der Designer der Kollektion, Thomas Lafont, die bereits schon durch die Mutter geprägte Vorliebe zu textilen Strukturen und aufwendigen Details. Sehr individuelle Acetatmaterialien in Verbindung mit mutigen Farbzusammenstellungen runden das gelungene, individuelle Bild der Kollektion ab. Andere Französische Brillendesigner zeichnen sich ebenfalls häufig durch einen Drang nach Individualität, inspiriert durch neue Materialien oder Formen aus. Das Streben nach Eigenständigkeit spielt hier für alle eine große Rolle.

AZUBI-EYELAND
Wie kann man als Augenoptiker einen guten Überblick über Brillen-Trends in Frankreich bekommen (Messebesuch, bestimmte Optik-Zeitschriften, Socialmedia …)?
Stefan Muckenfuss
Zu allererst natürlich über die Silmo in Paris. Diese steht ja gerade vor der Tür und zwar vom 26. – 29.09. Selbst redend, dass dort alle Französischen Designer präsent sein werden, vornehmlich in Halle 5. Natürlich hat sich auch die Opti als unverzichtbar etabliert und so werden dort auch zahlreiche Französische Designer präsent sein, gleiches gilt für die Mido in Mailand.

Socialmedia ist natürlich auch längst in unserer Branche unverzichtbar geworden. Die meisten Hersteller nutzen dieses Instrument, genau wie Lafont, recht intensiv, lassen sich doch interessante Neuigkeiten in Sekundenschnelle, wirkungsvoll verbreiten. Bestimmte Fachhandelsmagazine, welche sich speziell mit Französischen Designern beschäftigen sind mir nicht bekannt. Jedoch widmen sich einige, darunter auch der Focus oder die Eyebizz, sehr gerne individuellen Firmengeschichten und bereiten diese mit viel Liebe in ihren Magazinen auf.

Letztlich eignet sich natürlich auch immer bestens die Information durch die/den zuständigen Repräsentantin/ten.

AZUBI-EYELAND
Welche visuellen Trends bei Mode und Werbung in Frankreich sprechen Sie derzeit besonders an? Finden Sie diese auch in Deutschland?
Stefan Muckenfuss
Ganz klar, die Cat-Eye Brille! In Deutschland oft verkannt, begegnet man ihr im Französischen- und speziell im Pariser Straßenbild sehr häufig. Dabei machen die Frauen, meist so zwischen 25- und 60 Jahren, damit eine sehr sehr gute Figur. Diese Brillenform wirkt elegant und passt doch in erstaunlich viele Gesichter. Eine unvorteilhaft aussehende Frau habe ich damit dort nicht einmal gesehen. Da vermisse ich leider manchmal etwas den Mut hierzulande. Schade.

AZUBI-EYELAND
Sind Nach-Messe-Events überhaupt noch zeitgemäß? Welche Aspekte könnten eine solche Veranstaltung erfolgreich machen?
Stefan Muckenfuss
Gut gemachte Events sind immer zeitgemäß! Geben Sie doch dem Augenoptiker die Chance seine eigene Leistungsfähigkeit, in Verbindung mit seinen Lieferanten, unter Beweis zu stellen. Hierzu eignen sich natürlich besonders individuelle Kollektionen wie Lafont, da diese sich ausschließlich auf den Vertrieb beim traditionellen Augenoptiker konzentrieren. Die Stärke liegt hierbei auch in der individuellen Planung zwischen Augenoptiker und Hersteller. Wir persönlich machen dies sehr gern und auch erfolgreich. Bewegen wir uns doch gänzlich ohne die Fußfesseln, wie sie ja bei Lizenz Produkten gang und gebe sind und können so, dem Augenoptiker entsprechend, maßgeschneiderte Veranstaltungen anbieten. Ob dies nun nach einer Messe oder zu einem anderen Zeitpunkt stattfindet hängt dabei vom jeweiligen Motto ab.

AZUBI-EYELAND
Was darf aus Ihrer Sicht keinesfalls bei einem Nach-Messe-Event mit Schwerpunkt Frankreich fehlen?
Stefan Muckenfuss
Das Französische „Art-de-vivre“ lässt ja der Phantasie hierbei freien Lauf. Neben Musik, Catering und einer aussagekräftigen Dekoration, ist eine qualifizierte Mitarbeiterschulung unmittelbar vor dem Event unerlässlich. Hierbei lassen sich noch einmal hervorragend die Besonderheiten der Kollektion, die Philosophie des Designers bzw. Unternehmens sowie die Stärken einzelner Produkte herausstellen. Dadurch fühlt sich jeder einzelne motiviert, sicher und kann nun mit Freude das Event angehen. Denn ein gewisser Spaß an solch einem Event gehört unbedingt dazu und überträgt sich mit jedem Lächeln direkt auf den Kunden….

Weitere Infos zum Silmo findet man im Netz unter www.silmo.fr

Die Interview-Fragen wurden schriftlich beantwortet.

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