Maschinenpflege ist gar nicht so schwer

Maschinenpflege im Azubi-Alltag

Hightech-Maschinen sind aus dem Alltag des Augenoptikers nicht mehr wegzudenken. Doch sie wollen gepflegt sein, um immer optimal zu funktionieren. Für den täglichen Pflegeservice bei Schleifmaschinen benötigt man dabei in der Regel nicht mehr als Wasser, ein wenig Öl und zwei Tücher – für den Schleifinnenraum und für außen. Bewährt haben sich Mikrofasertücher.

Als Neuling prasseln viele neue Eindrücke auf euch ein. Die neuen Kollegen, der Chef, das Ladengeschehen und die Arbeitsabläufe in der Werkstatt. Zur Azubi-Arbeit gehört hier die Pflege der Werkstattgeräte.

Pflegetipps von Kollegen

Die Kollegen werden euch einiges zur Pflegeroutine erklären. Gut, wenn Ihr einen Schreibblock habt, wo Ihr euch die wichtigsten Dinge notieren könnt. In der ersten Zeit werdet Ihr die Pflege wahrscheinlich eh nur zusammen durchführen, später dann alleine. Deshalb: gut beobachten und Fragen stellen, falls euch ein Ablauf nicht klar ist.

Maschinenpflege im Azubi-Alltag

Ihr solltet euch auf jeden Fall in einer ruhigen Minute die Bedienungsanleitung zeigen lassen und verinnerlichen. Dort findet Ihr den einen oder anderen Pflegetipp und vor allem auch die Sicherheitshinweise zur Handhabung der Geräte. Diese solltet Ihr unbedingt beachten, um euch nicht zu verletzen. Manchmal klebt auch ein Hinweis direkt am Automaten.

Mit Wasser den Schleifraum spülen

Maschinenpflege im Azubi-Alltag

Zugänglich ist der Schleifraum des Automaten durch eine Plastikkappe. Arbeitet der Automat, ist sie geschlossen; zum Herausnehmen des Glases ist sie geöffnet. Im Lauf des Arbeitstages sammeln sich Schleifrückstände an den Wänden. Diese spült man einfach mit frischem Wasser fort und wischt anschließend trocken nach. Das wars. Hilfreich bei der Arbeit ist eine zusammendrückbare Plastikflasche mit einem flexiblen Röhrchen als Enstück. So kommt der Wasserstrahl auch an weniger gut erreichbare Stellen.

Jetzt kann man noch mit Hilfe des Lappens die hervorstehen Metallteile, also Wellen und Wasserzuleitungen im Schleifinnenraum abwischen. Dabei legt sich eine sehr dünne Ölschicht über die Oberfläche. Als Schutz für die Metalloberflächen nutzt man ein spezielles Öl bzw. ein vom Maschinenhersteller empfohlenes Kriechöl.

Mit Ballistol die Metallteile einreiben

Manch einer von euch wird in der Werkstatt auch eine Flasche oder eine Dose Ballistol finden. Dies ist ein altes und bewährtes Mittelchen, mit dem schon viele Augenoptikgenerationen vor euch Maschinenpflege betrieben haben. Ursprünglich wurde es unter anderem dazu eingesetzt, Gewehr- und Pistolenteile zu reinigen und diese vor Korrosion zu schützen. Die Legende berichtet, dass der eine oder andere Jägersmann es bei Schussverletzungen zur ersten Hilfe als Desinfektionsmittel benutzt hat.

Wie, Waffenöl zur Pflege der Maschinen? Wesentlicher Bestandteil ist ein sogenanntes Weißöl in medizinischer Qualität. Dies dient als Korrosionsschutz und als Schmiermittel. Die vorhandenen Alkoholbestandteile desinfizieren aber auch noch. Das Öl kann jedoch durch Wasser leicht abgewaschen werden und verliert dann natürlich seine Schutzwirkung. Am nächsten Arbeitstag beim ersten Schleifvorgang wird das Öl also automatisch wieder entfernt.

Ein trockenes Mikrofasertuch fürs Display

Maschinenpflege im Azubi-Alltag

KEIN Wasser kommt an das Tuch, mit dem das Display gereinigt wird. Meistens sind die Ränder nicht abgedichtet und Feuchtigkeit könnte ins Innere gelangen und in der hochsensiblen Elektronik einen Kurzschluss verursachen. Zum Einsatz kommt hier am besten ein Mikrofasertuch. Um Kratzer auf der Displayoberfläche zu vermeiden, kann es hilfreich sein, eine Schutzfolie aufkleben. Wenn es keine spezielle für die Maschine gibt, kann sich auch mit einer Handy-Schutzfolie behelfen.

Schleifabwässer

Maschinenpflege im Azubi-Alltag

Zum Schluss noch ein Blick unter die Werkbank. Beim Schleifen von Kunststoff- und Silikatgläsern fallen Schleifreste an. Diese werden per Abwasserrohr vom Automaten in einen Behälter geleitet und müssen in regelmäßigen Abständen entsorgt werden. Wie Ihr sicherlich noch feststellen werdet, gehört das zu den weniger beliebten Werkstatt-arbeiten.

(Fotos: Frank Sonnenberg)

Kommentare sind geschlossen.