Azubis, ran an die Kontaktlinsen

Azubis und Kontaktlinsen

Jeder im Geschäft sollte in der Lage sein, interessierten Kunden erste Infos zu Kontaktlinsen zu geben. Also auch Azubis. Beratungskompetenz in Sachen Kontaktlinse erlangt man aber nicht einfach so. Vor allem in den ersten Wochen und Monaten hat man in der Regel andere Dinge im Kopf, als sich mit Elan auf das Thema Kontaktlinsen zu stürzen. Eine Strategie hilft, sich dem Thema zu nähern.

Kontaktlinsen-Pflegemittel als Einstieg

Über alle Produkte, die im Geschäft verkauft werden, sollte man sich zumindest einen Überblick verschaffen, also auch über Kontaktlinsen. Der Einstieg ins Thema kann dabei über die Pflegemittel geschehen, denn die muss man ja als Handelswaren sowieso oft verkaufen.

Berufseinsteiger in Sachen Kontaktlinsen sind jedoch schnell mal überfordert, wenn ein Kunde nach einer Empfehlung fragt. Meistens ist dann gerade kein erfahrener Kontaktlinsenanpasser in der Nähe, den man fragen kann.

Gute Vorbereitung ist daher alles, zum Beispiel mit dem Kontaktlinsen-Quiz. Wir hatten es ja schon mal in einer früheren Ausgabe des A-ZU-BI vorgestellt. Es ist ein tolles Mittel, sich Wissen anzueignen, das man auch gleich im Alltag einsetzen kann: Welche Pflegemittel gibt es? Für welche Kontaktlinsen-Art werden sie benötigt? Wie wende ich sie an und wie passen die verschiedenen Kontaktlinsenprodukte zusammen? Je öfter Ihr euch mit diesen Dingen beschäftigt, desto schneller kommen die Antworten ohne lange nachzudenken.

Apropos beschäftigen: Was macht man im Geschäft denn sonst so zum Thema Kontaktlinsen? Wenn Ihr noch keinen Überblick über alle Aktivitäten bekommen habt, fragt nach.

Wie sieht das Marketing aus? Gibt es ein KL-Abo-System, das man euch erklären könnte oder ein sogenanntes „Rund-um-sorglos-Paket“ für den Kunden? Was steckt dahinter? Lasst euch zeigen, welcher Service rund um die Kontaktlinse dem Kunden geboten wird.

Vielleicht gibt es auch einen monatlichen Newsletter oder Mailings an Kunden, in dem noch die einen oder anderen Argumente zu finden sind. In einer ruhigen Minute kann euch der Chef beispielsweise auch zeigen, nach welchen Kriterien eine Kontaktlinsendatei für einen Kunden aufgebaut ist. Vielleicht gibt es ja kurze Erklär-Filme im Internet von einem der Lieferanten, die man sich anschauen kann. Dies sind zwar alles nur kleine Puzzleteile, sie bringen aber Einblick in die Thematik. Auch wenn Ihr damit erst am Anfang eurer Kontaktlinsenkarriere steht, irgend eine wichtige Information bleibt immer hängen für das nächste Kundengespräch.

Auch der Fragebogen zur individuellen Kontaktlinsenberatung, den Ihr meistens zusammen mit dem Kunden zur Terminvorbereitung ausfüllen müsst, kann helfen, alle Vorgänge rund um die Beratung und die Anpassung besser verstehen zu lernen.

Und immer schön Notizen machen. Bei der Fülle der Informationen kann schon mal etwas in Vergessenheit geraten. Niemand ist perfekt und schließlich seid Ihr ja noch in der Ausbildung. Mit mehr Routine im Job braucht man diese Notizen dann irgendwann nicht mehr.

Der Erstkontakt

Oftmals ist es der Azubi, der den Erstkontakt im Laden zum Kunden hat. Doch wie erkenne ich als Berufsanfänger, wann das Thema angebracht ist? Einfach ist es, wenn der Kunde gleich mit einem Beratungswunsch zu Kontaktlinsen und Pflegemitteln in den Laden kommt. Aber was, wenn nicht?

Einfach mal so das Thema ansprechen? „Haben Sie schon mal unsere tollen Kontaktlinsen ausprobiert?“, mit dieser Frage gleich zu Anfang ins Haus zu fallen geht es sicherlich nicht.

Ist man jedoch im Verkaufsgespräch und fragt nach Beruf oder Freizeitverhalten, bietet es sich dagegen schon eher an, einen eleganten Übergang zu Kontaktlinsen zu schaffen.

Auch bei der Brillenanprobe können KL eine Rolle spielen. Warum den Kunden fragen, ob er nicht passende Kontaktlinsen aufsetzen möchte? Vor allem für kurzsichtige Kunden eine Erleichterung. Das geht natürlich nicht bei jedem Kunden, nur mit Rücksprache mit dem Chef und mit eigener Erfahrung. Aber die sammelt man ja.

In Augenhöhe mit der Zielgruppe

Gut wenn man seine eigenen Erfahrungen durch einen Selbstversuch gemacht hat und sie an passender Stelle ins Gespräch einbringen kann. Vor allem deshalb, weil man sich ja bereits mit der Handhabung und de wichtigen Hygiene vertraut gemacht hat. Mit sicherem Auftreten könnt Ihr vor einem Kunden punkten, denn er weiss, dass er sich in den Händen einer Fachfrau oder eines Fachmannes befindet, trotz Berufsanfängerstatus.

Gerade dieser Berufsanfängerstatus kann Türen zu einer bestimmten Zielgruppe öffnen, die wie Studien zeigen, vor allem als Kontaktlinsenträger in Fragen kommen können: Teenager und Jugendliche.

Als Azubis gehört Ihr ja fast selbst noch zu dieser Zielgruppe, die sich besonders für Kontaktlinsen interessieren. Praktisch in Augenhöhe mit dem Kunden zu sprechen, kann in seiner Ansprache von besonderem Vorteil sein. Man hört die gleiche Musik, fährt auf die gleichen Modetrends ab, spricht die gleiche Sprache, teilt die gleichen Gedanken, versteht das besondere Lebensgefühl. Und manche Teenager verzichten lieber auf scharfe Sicht als dass sie eine Brille aufsetzen würden. Kennt Ihr auch, nicht wahr? Und so ist „Besser aussehen“ das wichtigste Motiv, warum Jugendliche die unsichtbare Korrektionsmittel ausprobieren möchten.

Wie bei Erwachsenen sollte aber über die Eignung und Verträglichkeit in jedem Fall individuell entschieden werden. Der Chef oder ein erfahrener Kollege sind hier Ansprechpartner erster Wahl.

Vorteile von Kontaktlinsen

Kontaktlinsen sind keine Korrektionsmittel zweiter Wahl oder Hexerei. Auch wenn es manchmal so scheinen mag. Denn Brille und Kontaktlinsen sind in ganz bestimmten Situationen ein ganz tolles Team. Gerade bei einem aktiven Lebensstil ergänzen sich beide Sehhilfen im Freizeit- und Sportbereich, man denke da nur an KL und Sport- oder Sonnenbrille. Der Vorteil von Kontaktlinsen: Sie stören, zerbrechen und beschlagen nicht, sie schränken das Blickfeld nicht ein und bieten auch bei Regen stets klare Sicht. Argumente, die auch bei älteren Kunden ankommen könnten.

Berufseinsteiger frühzeitig mit Kontaktlinsen vertraut machen

Vor allem darf man eines erst einmal nicht haben: Angst vor den kleinen Dingern! Mit Brillen bewegt man sich ja noch auf relativ sicherem Terrain, das man mit dem Thema Kontaktlinsen erst einmal verlässt. Ängste und Vorurteile findet Ihr auch beim Kunden. Es gilt diese auszuräumen.

Wie früh und ob Azubis in den Assistenzbereich einsteigen sollen, hängt letztendlich von den individuellen Gegebenheiten im Geschäft ab. Der Nutzen für das Unternehmen ist jedenfalls gross, wenn man gerade die Berufseinsteiger frühzeitig mit dem Thema vertraut macht.

Gehören Kontaktlinsen zum Unternehmenskonzept, sollten sich Chef und Azubi spätestens zum Ende der Ausbildung Gedanken über die weitere Fortbildungs- und Weiterbildungsstrategie in Sachen Kontaktlinsen-Assistenz und –Anpassung machen. Für den Einstieg bieten sich beispielsweise Online-Seminare an.

Steht eine Übernahme des Azubis an, wäre ein Gutschein für ein Seminar passend. Die Industrie bietet eine Vielzahl an Brillenglas und Kontaktlinsen-Fortbildungsveranstaltungen an. Nebeneffekt: Man macht dem Azubi eine große Freude und investiert damit gleich in den Aufbau von Fachkompetenz im eigenen Laden. Bei einer Übernahme des Lehrlings kann das zusätzlich motivierend auf sie oder ihn wirken.

Und wenn der Chef nicht auf euch zukommt, sprecht ihn doch selbst aktiv an.

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