Die Brillenverordnung

In den ersten Tagen der Ausbildung wird man direkt mit einem der wichtigsten Formulare im Alltags eines Augenoptikers konfrontiert: der Brillenverordnung. Doch was steckt hinter den Zahlen und Angaben?

Beispiele für eine Brillenverordnung …

… für Kurzsichtigkeit und Astigmatismus
Brillenverordnung für Kurzsichtigkeit und Astigmatismus

… für Weitsichtigkeit und Alterssichtigkeit
Brillenverordnung für Weitsichtigkeit und Alterssichtigkeit

… für Weitsichtigkeit und Schielen
Brillenverordnung für Weitsichtigkeit und Schielen

F/N:
Diese beiden Buchstaben kennzeichnen die Korrektur für Fernsicht und Nahsicht.

R/L:
Hiermit wird das rechte bzw. das linke Auge angegeben.

sph:
Diese Abkürzung steht für sphärisch (= kugelförmig). Der nachfolgende Wert korrigiert gleichmäßig eine Fehlsichtigkeit.
Ein Minus (-) steht dabei für eine Kurzsichtigkeit, ein Plus (+) für eine Weit-/Übersichtigkeit bzw. bei Nahbrillen für eine Alterssichtigkeit.

Dioptrie (Abkürzung: dpt):
Sie ist die Maßeinheit für die Stärke eines Brillenglases.
Sie wird ermittelt durch den Kehrwert der in Metern gemessenen Brennweite. Wenn z.B. ein Brennglas die Sonnenstrahlen in 25 cm Entfernung bündelt, wäre seine optische Stärke + 4 dpt.
Kurzsichtigkeit wird von Minus-Gläsern korrigiert (Gläser mit streuender Wirkung, deren Mitte dünner als der Rand ist). Übersichtigkeit wird von Plus-Gläsern korrigiert (Gläser mit sammelnder Wirkung, deren Mitte dicker als der Rand ist).

cyl:
Die Abkürzung steht für cylindrisch. Hier steht der Wert des Zylinder´s. Er korrigiert den Brechungsunterschied, der durch unterschiedliche Hornhautkrümmungen verursacht wird. Diese Fehlsichtigkeit wird als Astigmatismus oder Hornhautverkrümmung bezeichnet.

Achse (A):
Sie gibt die Richtung an, in der die cylindrische Korrektion wirkt.

Addition:
Gibt es bei der Brillenverordnung neben der Fernkorrektion zusätzlich auch eine Nahkorrektion, wird der Brillen-Nah-Wert als „Nahzusatz“ oder „Addition“ bezeichnet (unter N in der Brillenverordnung zu finden).
Es ist der Wert, der zusätzlich zu den Fernwerten benötigt wird, um in der Nähe entspannt zu sehen. Die Schreibweise wird benutzt, wenn Mehrstärkengläser verordnet werden.

Prisma (Pr.):
Der Wert gibt die Höhe der prismatischen Verordnung an. Dieser Wert korrigiert sogenannte Winkelfehlsichtigkeiten bzw. Schielfehler. Ein Prisma muss man sich als einen Glaskeil vorstellen, der Licht in eine bestimmte Richtung umlenkt.

Basis (B):
Die Basis gibt an, in welche Richtung das Prisma das Licht ablenken soll.

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